Wenn ein Kunstwerk auf Wanderschaft geht, dann ist Sicherheit ein wichtiger Faktor. Schließlich könnte der kleinste Fehler einen Schaden hervorrufen, der nicht zu beheben ist. Deshalb werden Kunstwerke sehr sorgfältig auf Reisen verpackt.
Besondere Halterungen und Verpackungen stellen sicher, dass kein Schaden an der Kunst entstehen kann. Sicherheitsdienste bewachen sie unterwegs und eine Fahrtenschreiberanalyse in Echtzeit kann zur Verfolgung des Weges benutzt werden.
Eine Reise will gut geplant sein

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Jedes Unternehmen, dass sich auf Kunsttransport spezialisiert, ist stolz auf die sorgfältige Planung des Transportes. Das ist nicht nur aus Spaß am Packen so. Besonders der Transport von empfindlichen Gegenständen muss sorgfältig geplant werden.
Das beginnt mit dem Abbau und der Verpackung des Kunstwerks. Anschließend muss ein Weg und ein Zeitraum für den Transport gewählt werden. Zum Beispiel sind nachts die Straßen frei und man reißt mit weniger Hindernissen.
Herausforderungen beim Kunsttransport am Beispiel Max Beckmann
Gemälde von Max Beckmann in klimatisierten Kisten zu transportieren ist ein anspruchsvoller Großauftrag. Diese millionenschweren Kunstwerke müssen sicher von einem Museum ins andere gebracht werden – eine Aufgabe, die spezialisierte Logistik erfordert.
Es ist unerlässlich, dafür zu sorgen, dass die Werke während des Transports optimal geschützt und klimatisiert sind, um ihre einzigartige Schönheit und Qualität zu bewahren. Ein solches Vorhaben erfordert höchste Präzision und Sorgfalt, um sicherzustellen, dass die wertvollen Gemälde unversehrt an ihrem Zielort ankommen.
Restauratorin spricht über umfangreiche Planung und Vorbereitungen
Eva Bartsch, Restauratorin für moderne und zeitgenössische Kunst, hat ihre Ausbildung über Berlin und Wien absolviert, bevor sie vor vier Jahren den Schritt in die Selbständigkeit wagte und sich in Zürich niederließ. Die Gastgeber des KAP Podcast über Kunst, Kultur und Architektur haben mit Eva über Kunstwerke gesprochen, die auf Reisen gehen.
Lange bevor ein Werk in einer Ausstellung präsentiert wird, müssen im Vorfeld Vorbereitungen getroffen und Abklärungen gemacht werden. Welche Herausforderungen stellen sich beim Verpacken und Transportieren von Werken und wie funktioniert der Aufbau einer Ausstellung?
Der beste Weg zu reisen
Zuerst stellt sich die Frage der Form des Transports. Sind die Entfernungen zu groß, dann muss das Flugzeug oder auch das Schiff verwendet werden. Mit dem Schiff reist es sich ruhiger, wenn es aber eilt, dann muss auf den Luftverkehr zurückgegriffen werden.
Der ruhigste Weg zu reisen ist auf der Schiene, gefolgt von dem Schiffsverkehr. Innerhalb Deutschlands wird aber wohl meistens die Straße für den Transport verwendet werden. Der Transport auf der Straße ist am flexibelsten und preislich ansprechend.
Versicherung vor dem Transport
Wenn auch ein Transport besonders gut geplant wurde, kann es immer wieder zu unvorhergesehenen Problemen kommen. Eine Versicherung speziell für den Transport ist also angemessen. Eine Versicherung für ein Kunstwerk generell beinhaltet nicht immer den Transport.
Transportversicherungen sind pro Tag teurer, allerdings müssen sie nur für den Zeitraum des Transports abgeschlossen werden.
Sicherung durch gute Halterung
Nach dem Ende der formellen Vorbereitungen beginnt der Transport selbst mit der Verladung des Kunstwerks. Damit auf der Reise keine Schäden auftreten, muss die Kunst sorgfältig verpackt werden. So können Vibrationen beim Transport bei Gemälden zum Herausbrechen von Farbpigmenten führen.
Für Skulpturen ist die Gefahr durch Erschütterungen noch größer. Speziell auf das Kunstwerk zugeschnittene Verpackungsmaterialien sorgen für Polsterung unterwegs. Das einfachste Beispiel ist hier die Luftpolsterfolie. Stärkere Vibrationen können durch Schwingungsdämpfer aus Gummi aufgefangen werden.
Vibrationen sind aber nicht das einzige Problem für Kunstwerke auf Reisen. Sonnenlicht greift Farbpigmente und andere Materialien. Die falschen atmosphärischen Bedingungen sind ebenfalls schädlich. Folglich ist es notwendig, das Klima während des Transportes zu kontrollieren und für Lichtschutz zu sorgen.
Hierfür gibt es klimatisierte Boxen und auch ganze Transporter mit integrierter Klimaanlage. Werte wie Luftfeuchte und Temperatur werden kontrolliert.
Sein Kleinod nie aus den Augen verlieren
Nachdem die Reise angetreten wurde, macht es Sinn zu wissen, wie die Reise vorangeht. Damit man immer weiß, wo sich das Kunstwerk gerade befindet, kann es mit der modernen GPS-Ortung verfolgt werden. Über das Mobilfunknetz kann die Position und Geschwindigkeit des Transports ständig überwacht werden. Das hilft einerseits zu überprüfen ob die Fahrer vorsichtig genug fahren.
Zusätzlich kann bei einem Notfall eingegriffen werden, noch bevor die Fahrer Zeit haben sich zu melden. In den meisten Fällen wird die GPS-Ortung aber im Hintergrund arbeiten und die vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen ergänzen. Sollte es tatsächlich zu einem Diebstahl des transportierten Guts kommen, kann man dank GPS-Ortung den Weg der Diebe verfolgen.
Sicher ist sicher
Immer wieder kommt es zu Kunstdiebstählen. Wenn auch die Diebe in der Regel gefasst werden, ist das gestohlene Stück oft verloren. Es kann Jahre dauern bis ein Kunstwerk in einer Sammlung wieder auftaucht und Stücke aus Edelmetall werden von den skrupellosen Dieben vielmals einfach eingeschmolzen und verkauft. Kretins dieser Art machen sich nichts aus dem historischen und kulturellen Wert eines Ausstellungsstücks.
Es ist also angebracht sein Kunstwerk durch Sicherheitsdienste überwachen zu lassen. Leider sind viele Sicherheitsdienste heute von kriminellen Organisationen unterwandert. Mit ein paar einfachen Tricks kann man ist es allerdings möglich einen verlässlichen Sicherheitsdienst zu erkennen. Dazu gehört unter anderem auch ein Blick auf die Vergangenheit des Sicherheitsdienstleisters.
Zusätzlich ist ein Blick auf die einem zugeteilten Sicherheitsleute hilfreich. Man wird als Auftraggeber zum Wächter der Wächter.
Der Preis allein entscheidet nicht über die Qualität
Das Überwachen der Wächter ist ein wichtiger Teil der Organisation eines Kunsttransports. Wenn keine langjährige Vertrauensbeziehung mit dem transportierenden Unternehmen besteht, muss man als Auftraggeber ständig wachsam sein. Alle Aspekte des Transportes müssen überprüft werden. Ohne Eigeninitiative können auch die teuersten Premium-Wachdienste enttäuschen.
Meistens geht alles gut
Der bei weitem größte Teil aller Kunsttransporte geht problemlos vonstatten. Da es sich aber um den Transport von wertvollen Gegenständen handelt, die nicht ersetzbar sind, lohnt es sich in die Sicherheit eines Transportes Zeit und Geld zu investieren.
Schließlich will man seine Kunst auch noch in Zukunft genießen.

Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.